An vielen Tagen sitzt Kelly von 9 bis 17 Uhr hinter einem Bildschirm. Und das merkt sie an ihrem Nacken und ihren Schultern, die sich nach einer Arbeitswoche schwer und sehr verkrampft anfühlen. „Meine Einstellung war noch nie gut. Ich halte meine Schultern und gehe zu weit nach vorne. Aber bisher bin ich damit durchgekommen.“
Sitz still
Kelly arbeitet in der Pharmakovigilanz-Abteilung von Bayer Niederlande, wo sie unter anderem gemeldete Nebenwirkungen von Medikamenten identifiziert. „Ein echter Bürojob: gelegentliche Telefonate, aber hauptsächlich viel Computerarbeit“, sagt sie. Ihre Beschwerden haben sich durch das häufige Stillsitzen verschlimmert, und es hilft auch nicht, dass sie wegen Corona viel von zu Hause aus arbeitet. Kleinere Arbeitsunterbrechungen – allein der Gang zum Drucker, in die Kantine oder der Besuch eines Kollegen – sind zu Hause eine Unannehmlichkeit. „Ab und zu trinke ich unten Tee, aber das ist es auch schon.“
Sieg
Die Schmerzen wurden so schlimm, dass Kelly einen Termin bei der Bewegungstherapeutin Mirjam van de Moosdijk vereinbarte. Sie war ziemlich geschockt, als Mirjam ihr im Spiegel zeigte, wie schlecht ihre Haltung war. Kelly erhielt eine Umorientierung und einen klaren Auftrag: Setzen Sie sich bei jeder Vibration aufrecht hin, sodass ihre Schultern die Rückenlehne ihres Bürostuhls berühren. In den ersten Tagen stellte sich heraus, dass sie mindestens 10 bis 20 Zentimeter zu weit vorne saß. Nach ein paar Wochen, in denen ich jeden Tag „auf die Erinnerung höre“, läuft es viel besser. „Manchmal bin ich alleine in einer guten Position. Das fühlt sich immer wie ein Sieg an.“
Viele Menschen tragen den Re-Mind bei sich – in der Tasche, Socke, am Armband oder um den Hals. Kelly stellt das Gerät lieber auf ihren Schreibtisch. Bei jeder Vibration dreht sie sich um: das Zeichen, auf ihren Rücken und ihre Schultern zu achten. Sie verknüpft das Re-Mind-Signal daher direkt mit ihrer Einstellung. „Ich mache, was ich tun muss, und dann mache ich mich einfach wieder an die Arbeit.“
Eine App auf meinem Handy? „Nein, das würde bei mir nicht funktionieren. Ein Piepton kann alles bedeuten. Darauf reagiere ich nicht direkt.“
Vertrauen
Kelly nutzt nicht nur das Re-Mind, sondern macht auch Übungen zur Dehnung ihrer Schultermuskulatur und geht häufiger laufen, Mountainbike fahren und spazieren gehen. Sie bereitet sich langsam auf die nächste Herausforderung vor. „Das größte Problem ist, wie ich meinen Kopf halte, und der war mein ganzes Leben lang zu weit vorne.“ Die Neubesinnung gibt ihr die Zuversicht, dass sie auch diese Hürde überwinden kann. Es wird ein langfristiges Projekt sein, das weiß sie. „Aber ich werde das in Angriff nehmen. Ich habe noch viele Jahre Arbeit vor mir und möchte dies ohne Schmerzen tun können.“